Diese Goldrallye wird in China hergestellt

Diese Goldrallye wird in China hergestellt
Diese Goldrallye wird in China hergestellt
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China hat seine eigenen Traditionen, wenn es um Gold geht. Der Kauf von Gold während der Mondneujahrsfeiertage ist eine davon. Aus diesem Grund wurde das Edelmetall in China in der Nähe dieser Feiertage zu Beginn des Jahres, der Hochsaison für die Einzelhandelsnachfrage, in der Vergangenheit mit einem Aufschlag gegenüber den Weltpreisen gehandelt.

In diesem Jahr brechen chinesische Goldkäufer mit der Tradition und ändern die Spielregeln für den Rest der Welt.

Der weltweite Goldpreis erreichte am Montag ein weiteres Rekordhoch. Die Edelmetallpreise in London sind in den letzten Monaten um mehr als ein Zehntel gestiegen und haben im letzten Monat immer wieder neue Rekorde gebrochen.

Das mag überraschen: Die Abflüsse aus börsengehandelten Goldfonds, die durch physisches Gold gedeckt sind, steigen weiter an. Nach Angaben des World Gold Council überstiegen die Nettoabflüsse im ersten Quartal 113 Tonnen und markierten damit das achte Quartal in Folge mit Abflüssen. Im April führten in Großbritannien, Frankreich und Deutschland notierte Fonds die Abflüsse an.

Das zeigt nur, dass diese historische Goldrallye in China stattfindet. Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen verwandter Produkte an der Shanghai Gold Exchange hat sich im April fast verdoppelt.

Das Ausmaß dieser Raserei lässt sich an den Prämien ablesen. In China liegt der Spotpreis für Gold etwa 85 US-Dollar pro Feinunze über dem internationalen Benchmark in London. Während der Hochsaison für Gold vor den Neujahrsfeiertagen ist ein Aufschlag keine Seltenheit.

Diesmal hält die Prämie fast ein Jahr lang an. Ein Teil dieser Nachfrage kommt von Gruppen, die Gold traditionell als Absicherung gegen Inflation betrachten. Zunehmende geopolitische Risiken machen sichere Häfen wie Gold attraktiver. Mittlerweile gilt Gold aber auch als Absicherung gegen zunehmende Spekulationen über eine mögliche Abwertung des Renminbi. Der Renminbi hat in diesem Jahr gegenüber dem US-Dollar etwa 2 Prozent an Wert verloren.

Einige chinesische Käufer dürften sich durch die aktiven Käufe der Zentralbank beruhigt haben. Chinas Zentralbank war im vergangenen Jahr der größte Käufer unter den globalen Konkurrenten. Die Erweiterung der Goldreserven um 225 Tonnen im vergangenen Jahr war die höchste seit mindestens 1977 verzeichnete Zunahme.

Selbst auf dem heutigen Preisniveau ist die Begeisterung der chinesischen Käufer ausreichend, um den Goldpreis in den kommenden Monaten zu stützen. Da die globale wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheit zunimmt, sollte auch die Nachfrage nach Zufluchtsorten zunehmen.

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