M&H verwandelt Flugzeugmotoren in kleine Gaskraftwerke

M&H verwandelt Flugzeugmotoren in kleine Gaskraftwerke
M&H verwandelt Flugzeugmotoren in kleine Gaskraftwerke
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Mit dem Inflation Reduction Act (IRA) haben die Vereinigten Staaten im Jahr 2022 den Ausbau erneuerbarer Energien eingeleitet. Seitdem werden die bereitgestellten Mittel für den Ausbau sauberer Energiealternativen verwendet. Im vergangenen Jahr wurden beispielsweise Solaranlagen mit einer Leistung von 33 Gigawatt installiert. Es wird nun erwartet, dass die erneuerbaren Energien im US-Sektor bis 2028 jährlich um 14 % wachsen werden. Obwohl die USA sich auf nachhaltige Energie konzentrieren, scheinen sie auch an einem Plan B für schwierige Zeiten zu arbeiten. Es besteht ein erhöhter Bedarf an kleinen stationären Gaskraftwerken. Beispielsweise können Flugzeugtriebwerke nachgerüstet werden, um diese Zwecke zu erfüllen und im Notfall das US-Stromnetz zu stabilisieren. Aber wie verwandelt man einen Flugzeugmotor in ein Kraftwerk? Nun, dafür sind umfassende Kenntnisse über Materialien, Luftfahrtkomponenten und lokale Standards erforderlich. Dazu trägt das Unternehmen M&H aus dem steirischen Ilz bei und konnte einen Kooperationsvertrag im Wert von mehreren Millionen Euro abschließen.

Das steirische Unternehmen ist auf 3D-Druck und CNC-Bearbeitung spezialisiert und verfügt über Erfahrung in der Herstellung von Teilen für den Automobil- und Luftfahrtbereich. Durch die Kombination von Wissen im Metall-3D-Druck und Hochleistungsmaterialien konnte sich M&H gegen die internationale Konkurrenz durchsetzen und wird nun als strategischer Partner die Transformation der Turbinen begleiten.

M&H ist auf den 3D-Metalldruck und die CNC-Bearbeitung spezialisiert und konnte dank seiner Erfahrung eine neue Zusammenarbeit aufbauen. (Bildnachweis: M&H)

Im Rahmen der Zusammenarbeit wird das Unternehmen komplexe Komponenten für stationäre Gasturbinen liefern und auch Dienstleistungen anbieten. Im Rahmen der Pilotphase werden 168 Turbinenschaufeln mittels additiver Fertigung für den Abgasstrang der Turbineneinheit gefertigt, die im Herbst nach Texas geliefert werden. Sollte diese erste Phase erfolgreich sein, wird der Vertrag bis 2031 verlängert. Bis dahin werden mehr als 2.500 Komponenten geliefert. Laut M&H läuft die Produktion bereits und die ersten Teile wurden bereits erfolgreich ausgeliefert. „Mit den ersten Prototypen, die wir erhalten haben, konnten wir sofort unsere Qualitäten unter Beweis stellen und die besten bisherigen Leistungen in Bezug auf Präzision und Steifigkeit übertreffen. Darüber hinaus verfügen wir mit unserem SLM800 über einen der größten Metall-3D-Drucker Österreichs“, sagt Jochen Wagner, Vertriebsleiter bei M&H.

Zur Herstellung der komplexen Strukturelemente mit inneren Hohlräumen verwendet M&H Inconel 718, eine hitzebeständige Nickel-Chrom-Legierung, die äußerst komplex ist und zudem eine „Vorverformung“ als Prozessschritt erfordert. „Während des Herstellungsprozesses können sich Materialien wie Inconel 718 durch Hitze oder mechanische Kräfte verformen. Durch diese Technik wird das Material so vorgeformt, dass es nach den Bearbeitungsschritten die richtige Form und Größe behält“, erklärt M&H-Geschäftsführer Patrick Herzig.

Als Pionier des 3D-Drucks hat M&H bereits umfassende Kenntnisse über Technologien und Materialien gesammelt und sich in zahlreichen Projekten durchgesetzt. Zusätzlich zur Fertigung führt M&H jedoch auch Materialanalysen durch, beispielsweise durch chemische Tests, Zugtests, Risserkennungstests und Dichtewürfeltests. „Diese Tests sind entscheidend, um sicherzustellen, dass alle Anforderungen, die sich an den Standards der Luftfahrtindustrie orientieren, erfüllt werden und die Qualität der Komponenten auf einem hohen Niveau gehalten wird“, fügt Herzig hinzu. Auch hier konnte M&H auf umfangreiche Erfahrungen aus anderen Branchen zurückgreifen, in denen diese Art der Prüfung üblich ist.

In Ilz verfügt M&H über einen leistungsstarken Maschinenpark, darunter den SLM 800, einen der größten Metall-3D-Drucker Österreichs, der Bauteile produziert, die dann nach Texas geliefert werden. (Bildnachweis: M&H)

M&H hat bereits eine Vielzahl erfolgreicher Projekte vorzuweisen, doch der neue Auftrag markiert einen Meilenstein. „Diese Zusammenarbeit unterstreicht nicht nur unsere Kompetenz im Bereich des Metall-3D-Drucks, sondern stärkt auch unsere Position auf dem internationalen Markt“, sagt Herzig. Mehr über M&H erfahren Sie hier.

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Titelbild: CEO Patrick Herzig triumphiert international mit 3D-gedruckten Bauteilen. Credits: Lüflight

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