Ein umwerfendes Mordgeheimnis

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Dieser Krimi ist Metafiktion vom Feinsten. Jede Figur im neuesten Buch des renommierten Autors Anthony Horowitz, Close to Death, überrascht mit einer bösen Überraschung. Die Geschichte spielt im noblen Viertel Richmond upon Thames in London, wo die gesamte Elite lebt. Die Riverview-Gemeinde wird durch ihren neuen, ausgelassenen Nachbarn Giles Kenworthy gestört. Giles ist ein lauter und widerwärtiger Hedgefonds-Manager, der sich in allen Lebensbereichen durchsetzt. Er zieht mit seiner Frau (Lynda) und den lauten Kindern in ein weitläufiges Haus, das in einer ruhigen Sackgasse liegt. Er kauft die Riverview Lodge von einem Schachgroßmeister (Adam Strauss), der in schwere Zeiten geraten ist. Um Kosten zu sparen, ziehen Strauss und seine Frau Teri in ein bescheidenes Haus auf der anderen Seite der Wohnanlage.

In der Zwischenzeit lassen sich Giles und seine Familie in ihrem neuen Zuhause nieder und genießen ihren verschwenderischen Lebensstil, die Menge an Geldfressern und ihre dreiste Haltung. Ihr Anspruchsdenken stört viele Menschen in der ansonsten friedlichen Nachbarschaft. Die Partys bis spät in die Nacht, laute Musik, schreiende Kinder und häufige Begegnungen machen Giles sehr unbeliebt.

Der Roman nimmt Fahrt auf, als Giles’ glamouröse Frau Lynda nach einer Soiree mit einer Freundin nach Hause kommt und ihren Mann tot vor ihrer Haustür findet. Es ist ein makaberer Anblick. Giles wird mit einer Armbrust erschossen. Was als nächstes folgt, ist ein Netz aus Lügen und der dunklen Vergangenheit des Viertels. Angst und unheimliche Stimmung breiten sich über der Siedlung am Themseufer aus, nachdem Nachrichten über ähnliche, vertuschte Vorfälle in der Vergangenheit auftauchen. Alle Charaktere im Buch – die Nachbarn und Bekannten – geraten unter Verdacht. Horowitz‘ schriftstellerisches Können und seine Fähigkeit, Dreck aus der düsteren Vergangenheit zusammenzusuchen und ihn in eine kraftvolle Handlung und gestochen scharfe Bilder zu verwandeln, sind lobenswert. Nachdem man ein paar Seiten gelesen hat, gerät man immer wieder in die Vermutung, wer der Mörder sein könnte. Detective Superintendent Tariq Khan führt eine vorläufige Untersuchung durch, aber es sind Hawthorne und sein alter Freund John Dudley, die mit ihren scharfsinnigen Ermittlungsfähigkeiten die tote Ratte riechen und das Gefühl haben, dass es etwas Bedrohlicheres gibt, als das, was mit bloßem Auge erscheint. Die Ermittlungen enthalten erschreckende Enthüllungen, die den Leser in diesem Krimi-Thriller fesseln. Dieser Krimi und die akribische Untersuchung werden für Horowitz zum perfekten Plot, um Close to Death in ein geniales literarisches Meisterwerk zu verwandeln.

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